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So fotografierst du Kleidung für deine Kleiderschrank-App

Kleiderschrank-Apps verwandeln deine Fotos in Freisteller — das Kleidungsstück wird von seinem Hintergrund gelöst, damit es in einem Raster oder einer Outfit-Collage stehen kann. Ob dieser Freisteller sauber oder ausgefranst aussieht, entscheidet sich fast vollständig im Moment der Aufnahme.

Dafür brauchst du keine Ausrüstung. Du brauchst ein Fenster, eine einfarbige Fläche und etwa zwanzig Sekunden pro Teil.

Licht: eine weiche Quelle, keine direkte Sonne

Indirektes Tageslicht ist das beste Licht, das dir zur Verfügung steht — und es ist kostenlos. Arbeite in der Nähe eines Fensters, aber nicht im direkten Sonnenstrahl, der hindurchfällt. Direkte Sonne erzeugt harte Schatten und ausgefressene Lichter, und beides bringt die Kantenerkennung durcheinander, die den Freisteller erst möglich macht.

Positioniere dich so, dass das Licht von der Seite oder leicht von hinten kommt und gleichmäßig auf das Kleidungsstück fällt. Ist eine Hälfte des Teils merklich heller als die andere, dreh das Kleidungsstück, statt dem Licht hinterherzulaufen.

Vermeide Deckenlicht, besonders abends. Es wirft einen Gelbstich und einen Schatten direkt unter dein Handy. Musst du abends fotografieren, leg das Teil auf den Boden in die Nähe einer Lampe und nutze die Lampe von der Seite.

Hintergrund: einfarbig und kontrastreich

Der Hintergrund braucht zwei Eigenschaften: kein Muster und einen anderen Ton als das Kleidungsstück. Ein weißes Hemd auf weißer Bettwäsche ist die häufigste Ursache für einen schlechten Freisteller, weil die Software keine Kante findet.

  • Helle Kleidungsstücke — auf einer mittleren oder dunklen Fläche fotografieren: Holzboden, grauer Teppich, dunkle Bettdecke
  • Dunkle Kleidungsstücke — auf etwas Hellem fotografieren: weißes Laken, heller Dielenboden, schlichte Wand
  • Gemusterte Bettwäsche, strukturierte Teppiche und alles mit sichtbaren Falten oder Nähten vermeiden

Zwei Flächen decken alles ab. Halte beide griffbereit und wechsle je nach Teil.

Bildausschnitt: flach, gerade von oben, ein Teil

Leg das Kleidungsstück flach hin und fotografiere senkrecht von oben. Schräge Aufnahmen lassen Kleidung im Raster verzerrt wirken, und sie erschweren den Freisteller, weil der Schatten unter dem Teil liegt statt dahinter.

Lass ringsum einen Rand Hintergrund — wenige Zentimeter reichen. Teile, die den Bildrand berühren, werden beim Freistellen abgeschnitten, und das lässt sich später nicht mehr korrigieren.

Ein Teil pro Foto. Ein Hemd mit Jeans im Bild ergibt einen verwirrten Freisteller statt zwei saubere.

Die vier Regeln: weiches Seitenlicht, kontrastreicher einfarbiger Hintergrund, senkrecht von oben, ein Teil mit Rand.

Das Kleidungsstück wie sich selbst aussehen lassen

Nimm dir fünf Sekunden zum Arrangieren. Kragen glätten, Ärmel geradeziehen, die größten Falten glattstreichen, Saum ausrichten. Die Ärmel sind einen Moment wert: leicht vom Körper weggelegt wirkt besser als über der Brust gefaltet, weil die Silhouette auch im Miniaturformat erkennbar bleibt.

Bei Hosen und Jeans der Länge nach falten und das Bein geradeziehen. Bei Strick nicht dehnen — leg ihn in seiner natürlichen Breite aus, sonst wirkt er wie eine andere Größe, als er ist.

Schuhe, Taschen und schwierige Formen

Schuhe wirken von direkt oben fotografiert falsch. Fotografiere ein Paar in leichter Dreiviertelansicht, einen Schuh knapp vor dem anderen, damit die Form erkennbar bleibt. Taschen stehen am besten aufrecht an einer schlichten Wand, mit dem Riemen bewusst arrangiert statt einfach hingeworfen.

Alles Glänzende — Lackleder, Satin, Pailletten — fängt Spiegelungen von dir und deinem Handy ein. Geh leicht zur Seite und fotografiere in einem kleinen Winkel, um dein eigenes Spiegelbild mitten im Teil zu vermeiden.

Wenn der Freisteller trotzdem misslingt

Meist ist eines von drei Dingen passiert: Kleidungsstück und Hintergrund waren zu ähnlich im Ton, ein Schatten wurde als Teil des Kleidungsstücks gelesen, oder das Teil hat den Bildrand berührt. Alle drei lassen sich schneller durch ein neues Foto beheben als durch Nachbearbeitung.

Transparente Stoffe und offene Webarten sind wirklich schwierig, weil der Hintergrund durch das Kleidungsstück scheint. Fotografiere sie auf einer stark kontrastierenden Fläche und akzeptiere, dass das Ergebnis eventuell eine manuelle Nachbesserung braucht.

Sobald deine Fotos konsistent sind, wirkt der gesamte Katalog wie ein Set statt wie fünfzig Schnappschüsse — das zählt mehr als jedes einzelne Bild. Einen ganzen Kleiderschrank zu digitalisieren geht schneller, wenn du nicht ständig anhalten musst, um Bilder zu korrigieren.

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